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Alexander Steffensmeier

Alexander Steffensmeier wurde 1977 in Ostwestfalen geboren. Schon als Kind malte er gerne und liebte Bücher und Comics. Als Jugendlicher begann er, auch selbst Comics zu zeichnen und entdeckte seine Freude daran, mit Bildern Geschichten zu erzählen. Um das auch zu seinem Beruf zu machen, studierte er an der Fachhochschule Münster Design mit dem Schwerpunkt Illustration.

Als seine Diplomarbeit entstand dort das Bilderbuch „Lieselotte lauert“, das erste Abenteuer der ungewöhnlichen Kuh, das inzwischen zu einem Bestseller geworden ist.

Alexander Steffensmeier lebt in Münster, wo er mit einigen Kolleginnen und Kollegen die Ateliergemeinschaft „Hafenstraße 64“ gegründet hat. Gemeinsam teilen sie sich eine Etage in einem Gebäude am ehemaligen Güterbahnhof der Stadt.

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Lieselottes Entstehungsgeschichte

Entstehungsskizze Lieselotte
Alexander Steffensmeier

Für die Abschlussarbeit seines Design-Studiums im Sommer 2004 überlegte sich Alexander Steffensmeier, eine Bilderbuchgeschichte über einen Bauernhof zu schreiben und zu illustrieren. Ein Grund dafür war sicherlich auch, dass er in einem kleinen westfälischen Dorf aufwuchs und als Kind dort mit seinen Geschwistern viel Zeit auf dem Bauernhof seines Onkels und bei dessen zahlreichen Kühen verbrachte. So ist es nicht überraschend, dass am Ende dann auch eine Kuh die Heldin seiner Geschichte wurde. Aber natürlich keine ganz alltägliche Kuh, sondern eine, die sich wie ein überwachsamer Hofhund verhält und jeden Morgen mit großer Freude den Postboten erschreckt und vom Hof jagt.

Wann hast du gewusst, dass du Illustrator werden willst? 

Ich habe schon als Kind gerne gemalt. Und noch lieber gelesen. So richtig habe ich die Freude am Erzählen mit Bildern dann als Jugendlicher entdeckt, als ich begonnen habe, mir Comics für Dorf- und Schülerzeitungen auszudenken und zu zeichnen. Um das dann zu einem richtigen Beruf für mich zu machen, habe ich Design mit dem Schwerpunkt Illustration an der Fachhochschule Münster studiert.

Wie bist du gerade auf eine Kuh als Hauptfigur für deine Bilderbücher gekommen?

Als ich am Ende meines Designstudiums nach einem Thema für meine Diplomarbeit gesucht habe, war mir schnell klar, dass ich ein Bilderbuch über einen Bauernhof machen wollte.
Ich zeichne gerne Bilder, auf denen es viel zu entdecken gibt. Und da ist ein Bauernhof mit seinen zahlreichen Gebäuden, Maschinen und Gerätschaften ein idealer Schauplatz. Ganz zu schweigen von den vielen unterschiedlichen Tieren, die dann alles mit Leben füllen können.

 

Und es ist auch eine Umgebung, die ich gut kenne: in dem kleinen Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, haben meine Geschwister und ich als Kinder viel Zeit auf dem Bauernhof meines Onkels verbracht. Auf die Weise bin ich gewissermaßen mit Kühen groß geworden. Da lag es dann nahe, eine Kuh zur Hauptfigur meiner Geschichte zu machen.

 

Außerdem macht es einfach Spaß, Kühe zu zeichnen – mit ihren dicken Körpern und dünnen Beinen und dem schicken, schwarz-weißen Fellmuster.

Wie kam die Kuh Lieselotte zu ihrem Namen und wie würdest du sie in drei Worten beschreiben?

Ich wusste schon früh, dass die Kuh im Titel des ersten Buches „lauern“ sollte.

Und damit das lustig klingt, wollte ich gerne, dass ihr Name ebenfalls mit einem „L“ beginnt. Auch sollte er ein bisschen altmodisch, aber trotzdem schwungvoll sein. Da bin ich dann auf den Namen „Lieselotte“ gekommen. Der hat einen schönen Klang und Rhythmus. Und sogar zwei „L“!

 

Inzwischen sind die Lieselotte-Bücher auch in anderen Ländern erschienen, und ich finde es immer spannend, welchen Namen sie dann dort bekommt. In Spanien heißt sie zum Beispiel „Josefina“ und in Polen ist sie die „Kuh Matylda“.

 

Drei Wörter, die Lieselotte gut beschreiben, wären vielleicht „kindlich – neugierig – dickköpfig“.

Kannst du uns verraten, wie lange es von der Idee einer neuen Geschichte bis zum fertigen Buch braucht?

An neuen Geschichten-Ideen arbeite ich eigentlich ständig im Hinterkopf. Es ist ja schwer, auf Kommando gute Ideen zu haben. Und es tut den Ideen auch immer ganz gut, wenn man sie zwischendurch mal ein bisschen zur Seite legen kann, um sie dann später wieder mit frischen Augen anzusehen.

 

Wenn ich mich dann schließlich hinsetzte, um aus einer Idee ein Bilderbuch zu machen, dauert die Arbeit etwa vier Monate. Da es aber meistens auch noch einige andere Sachen zu tun gibt und ich häufig mit Lesungen unterwegs bin, kann es auch schnell mal ein halbes Jahr werden.

 

Die Illustrationen mache ich zum größten Teil in Handarbeit – die Zeichnungen zunächst in Bleistift und die farbigen Bilder dann in Aquarell – und das braucht einfach seine Zeit. Wobei der Computer auch ganz hilfreich ist, zum Beispiel, um in den Skizzen noch Elemente hin- und herzuschieben oder am Schluss die Illustrationen noch etwas nachzubearbeiten.

 

Die Lieselotte-Geschichten gibt es jetzt seit 15 Jahren. Hat sich dein Verhältnis zu Kühen in der Zeit geändert? 

Wie gesagt waren mir Kühe schon als Kind sehr sympathisch und daran hat sich in all den Jahren nichts geändert.

 

Sehr spannend und positiv finde ich es aber, wie sich ganz allgemein unser Verhältnis zu Bauernhoftieren geändert hat, und dass sich viele Menschen mehr und mehr Gedanken darüber machen, wie diese Tiere leben. Manche Leute haben sogar begonnen, ganz auf tierische Produkte zu verzichten, und viele andere achten stärker darauf, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten werden.

Und natürlich fragen sich auch Bäuerinnen und Bauern, wie eine moderne Landwirtschaft aussehen könnte, die ihnen trotzdem einen Lebensunterhalt sichert.

 

Da es in den Lieselotte-Geschichten auch um einen Bauernhof geht, überlege ich häufig, auf welche Weise die Bücher vielleicht auch einen Beitrag zu dieser positiven Entwicklung leisten können. Nun sind die Bilderbuch-Geschichten natürlich nicht als Sachbücher gedacht, die zeigen, wie Landwirtschaft heute funktioniert und vielleicht in Zukunft aussehen sollte, sondern als lustige Geschichten, in denen Themen aus dem Kinderalltag und dem Familienleben auf eine Bäuerin und ihre Tiere übertragen werden.

Ich hoffe aber, dass die Lieselotte-Bücher – gerade auch als Fantasie-Geschichten – das Mitgefühl für Bauernhoftiere stärken. Einfach, indem sie zeigen, dass auch diese Tiere Individuen mit Eigenheiten und Gefühlen sind, die es verdienen, ohne Leiden ihr Leben zu führen.

Was wird Lieselotte in Zukunft noch alles erleben?

Ich denke, da werden mir die Ideen so schnell nicht ausgehen. Lieselotte verhält sich ja im Grunde wie ein Kind und sieht auch die Welt immer aus einem kindlichen Blickwinkel. Von daher sind alle Dinge, die Kinder in ihrem Alltag erleben und die sie spannend, lustig oder nervig finden, auch für Lieselotte interessant. Dabei ist es für mich immer sehr hilfreich, dass ich mich noch gut an meine eigene Kindheit erinnern kann.

 

Manchmal sind auch einfach Dinge, die ich sehe (besonders auf Spaziergängen oder Radtouren), der Auslöser für eine Geschichte – eine einsame Bushaltestelle, an der Lieselotte mal sitzen, oder eine Baumkrone, aus der sie mal herausgucken könnte…

Da bin ich selbst gespannt, wo Lieselotte in ihren neuen Abenteuern noch überall auftauchen wird.

 

Oft schreiben mir auch Kinder mit ihren eigenen Einfällen, was Lieselotte noch alles anstellen und wo sie noch überall hingehen könnte. Das sind immer tolle Anregungen, über die ich mich sehr freue.

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